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Ein Deutsches Requiem 
 
Johannes Brahms (1833-1897)

Sonntag, 15. November 1998

St. Agatha Kirche Dorsten

Brahms-Chor Dorsten
(Einstudierung: Ludwig Wegesin)

St. Cornelius-Chor, Dülken
(Einstudierung: Ulrich Schlabertz)

Prager Philharmoniker KSO

Konstanze Maxsein, Sopran
Thomas Jesatko, Bariton

Leitung: Ludwig Wegesin

   
     
Deutsches Requiem: Herausragendes Konzert in St. Agatha
... Wegesin wählte mit seiner Interpretation einen anderen Weg: das Tröstliche, Hoffnunggebende der ausgewählten Bibeltexte bestimmt seine Deutung offenbar entscheidend. Obwohl sehr weich im Ausdruck, was sie auf ihre Art ebenso weit entfernt von Opas Plüschbrahms wie die klangliche Stahlskelettbauweise jüngerer Richtung. Gegensätze wurden eher gemildert, mächtige Steigerungen - wie etwa im zweiten Satz "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras" - vollzogen sich nicht als erschreckender Ausbruch sondern als gleichmäßig ansteigende Welle, deren Kraft jedoch nicht weniger überwältigend wirkte.
Leicht zu singen ist das nicht. Je weiter die melodischen Aufschwünge und Wellenbewegungen ausgedehnt werden, desto schwerer sind sie zu zirkeln. Mit dem Dorstener Brahms-Chor und dem St. Cornelius-Chor Dülken hatte Wegesin jedoch sehr gute Stimmen zur Verfügung und er nutzte ihr Potential. Saubere Einsätze und saubere Intonation und Linienführung, gerade auch im Stimmengeflecht der Schlussfuge, lieferten den festen Grund, auf dem dieser weich lasierte Brahms sein Profil gewinnen konnte.
(Ruhr Nachrichten vom 17. November 1998)