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Giacomo Puccini - Messa di Gloria
Antonin Dvorak -
Te Deum
 

Giacomo Puccini
Messa di Gloria

Antonin Dvorak

Te Deum

Sonntag, 21. November 2004, 18 Uhr

St. Agatha Kirche, Dorsten

Brahms-Chor Dorsten

Johanna Krumin, Sopran
Cho Chang-Who, Tenor
Christoph Scheeben, Bass

Neue Philharmonie Westfalen

Musikalische Leitung: Alfred Schulze-Aulenkamp

     
     
Vitale Lebensbegleitung
"10 Jahre sind noch nicht viel", resümieren die einen, "aber auch nicht wenig", protestieren die anderen und legten die Messlatte noch etwas höher.
So oder ähnlich könnte die Einschätzung lauten, mit der der Brahms-Chor in einem glanzvollen Konzert am Christkönigstag in der St. Agathakirche sein Jubiläum markierte. Für diese Sängerinnen und Sänger ist der Gesang eine vitale Lebensbegleitung.
Auf dem Programm standen geistliche Chorwerke - die "Messa di Gloria" von Giaccomo Puccini und das "Te Deum" von Antonin Dvorak - die sehr unterschiedlich in ihrer geistlichen Botschaft, aber doch höchst spannend in ihrer musikalischen Aussage ein Geburtstagsfest vermittelten, das erinnerungswürdig bleiben wird.
Alfred Schulze-Aulenkamp scheint seine Interpretationsintensionen mit dem Brahms-Chor, die er ein wenig abseits von der üblichen Literatur, in der sängerischen Perfektion und der Übermittlung vitaler Musikereignisse sieht. Und das ist ihm mit dem Chor, den Solisten und dem Orchester "Neue Philharmonie Westfalen" vollauf gelungen...
...Der Brahms-Chor konnte die Homogenität seines Chorklangs, seine Intonationsperfektion, seine strahlende, füllige Klanglichkeit voll ausschöpfen. Das tat dem Werk gut auf dem Hintergrund eines sensibel agierenden Orchesters, in Verbindung mit der stimmlichen Präsenz von Cho Chang-Who (Tenor) - sehr schön das "et in carnatus est" und dem klar disponierten Bass Christoph Scheebens.
Neben diesem Jugendwerk nahm das "Te Deum" von Antonin Dvorak als Alterswerk naturgemäß einen ganz anderen Stellenwert ein, tiefer gehender, mit größerer Innenspannung in den akustischen wie geistig musikalischen Dimensionen.
Jedes Detail verdiente eine besondere Würdigung. Die stimmliche Substanz des Chores verdichtete sich, ihre dynamische Bandbreite fügte sich sensibel in die Vorgabe der Partitur ein und der Sprachduktus ließ auch ohne Textheft keine Verständnisschwierigkeiten aufkommen. Im Dialog dazu erspürte man aus der klug ausbalancierten Leichtigkeit der Sopranstimme von Johanna Krumin und der sprachlich wie musikalisch feinsinnig strukturierten Bassstimme von Christoph Scheeben den emotionalen Schub einer religiösen Hingabe an das Werk, dem das Orchester seine instrumentale Verdichtung werkgerecht hinzufügte.
Das alles wäre ohne die sichere Zeichengebung, die vorwärts drängende Intensivierung des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp nicht denkbar gewesen. Dafür gab es eine begeisterte Zustimmung - standing ovations- im voll besetzten Kirchenraum.

Volker Wiltberger 23.11.2004 Dorstener Zeitung
 
   
Jugendwerk und vollendete Meisterschaft
Mit der chorsinfonischen Begegnung zweier Meister der vorletzten Jahrhundertwende feierte der Brahms-Chor seinen zehnten Geburtstag. Und das hohe Niveau der Darbietung fand in St. Agatha wieder ein zahlreiches Publikum - wie es dieser Jubilar sicher erwarten kann...
...Der stete dynamische Wandel, der in dichter Folge fast Wort für Wort des "Gloria" neu akzentuierte, forderte den Chor, der sich sicher über den Fanfarenglanz der Bläser erhob. Wahrlich opernhaft auftrumpfen durfte das Orchester unter dem mit Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp, als es beim "Gratias" galt, den ersten Einsatz des Tenors zu begleiten. Die Stimme Cho Chang-Whos tönte voller Spannkraft durchs hohe Kirchenschiff.
...Zwischen den Einsätzen des vor allem in den Höhen erfreulich beweglichen Bassisten klang der fein eingestimmte Chor denn doch zu ätherisch gegenüber einer Orchestrierung von fast körperlicher Fülle, wie Puccini sie dem "Credo" gegeben hatte. Christoph Scheeben gestaltete seine Bass-Partie mit tadellosem Maß, das auf dröhnendes Auftrumpfen verzichten konnte.
Überraschend matt verklang nach rund 40 Minuten das "Agnus Dei": Puccinis sonst so ausgeprägter Sinn für Fulminanz fehlte hier gänzlich - und das Publikum brauchte denn auch einen Moment, bis der Applaus einsetzte.
Wie freudig-lebhaft sollte danach Antonin Dvoraks "Te Deum" zu Paukenschlägen eröffnen. Das Programmheft des Brahms-Chores betonte die zeitliche Nähe beider Werke, verwies aber auch darauf, dass Dvoraks Komposition "ein gereiftes Spätwerk" sei. Das war unüberhörbar. Außerordentlich frisch und glanzvoll gestaltete der böhmische Meister in seinen bejubelten amerikanischen Jahren die Einsätze für Stimmen wie Orchester...
...Nahezu gelassen entfaltete das Werk seine volle Klangpracht, vereinten sich Chor und Orchester in sinfonischer Dichte zu einem Zauber von schönster Selbstverständlichkeit. Dieses "Te Deum" steht Dvoraks noch berühmteren "amerikanischen" Werken - der Sinfonie, dem Quartett und Cellokonzert - kaum nach. Und auf das bis zum letzten Paukenwirbel mit Gusto ausgekostete Finale in dieser Grandiosität hätte der junge Puccini noch neidisch sein können. Die Zuhörer erhoben sich und dankten mit stehenden Ovationen für ein eindrucksvolles Konzerterlebnis.

Ralph Wilms 23.11.2004 WAZ
 
     
   
Meisterwerk als Glanzstück
Dorsten - Mit einem interessanten musikalischen Programm beendet der Brahms-Chor am Sonntag, 21. November, um 18 Uhr die Feierlichkeiten zum zehnjährigen Bestehen. Das Konzert in der St. Agatha-Kirche wird in Kooperation mit der Stadt Dorsten veranstaltet.
Auf dem Programm steht mit der "Messa di Gloria" ein frühes Meisterwerk von Giacomo Puccini (1858 - 1924), der heute im Wesentlichen als großer Opernkomponist im Bewusstsein ist. Die Messe, die sowohl von opernhaft zupackender Klanglichkeit als auch geistlich-bescheidener Zurückhaltung geprägt ist, wurde erst 1952 mit einer Aufführung in Chicago wieder neu entdeckt und gehört heute zu den beliebtesten und bekanntesten Schöpfungen der Gattung Messe "con orchestra". Weiter wird das "Te Deum" von Antonin Dvorak (1841 - 1904) aufgeführt, das 1892 anlässlich der 400-Jahrfeier der Entdeckung Amerikas komponiert und im selben Jahr in der Carnegie Hall in New York der Weltöffentlichkeit präsentiert wurde. Der Kompositionsauftrag stand dabei im Zusammenhang mit der Einladung, für zwei Jahre die Leitung des National-Konservatoriums in New York zu übernehmen. Unter der bewährten musikalischen Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp wird der Chor von der Neuen Philharmonie Westfalen und den Solisten Johanna Krumin (Sopran), Cho Chang-Who (Tenor) und Christoph Scheeben (Bass) begleitet.
Karten zum Preis von 15 Euro (ermäßigt 12 Euro) für das Mittelschiff und 10 Euro (ermäßigt 7 Euro) für das Seitenschiff sind erhältlich im Vorverkauf bei den Chormitgliedern, bei der Stadtinformation im Lippetor, in den Bekleidungshäusern Mensing in Dorsten und bei Textil Heidermann in Wulfen sowie an der Abendkasse.

03. November 2004 | Dorstener Zeitung