zur Startseite
über uns
über uns
aktuell
repertoire
repertoire
repertoire
repertoire
mitsingen
presse-echo
kontakt
links
Unsere Konzerte bis zum Jahre 2012 im Spiegel der Presse
 

Der Brahms-Chor begeisterte


In der St. Bonifatius-Kirche präsentierte der Chor ein meisterhaftes „Gloria“ von Antonio Vivaldi und eine wunderschöne Kantate von Wilhelm Friedemann Bach

Der Brahms-Chor gastierte am Sonntagabend in Dorsten zum ersten Mal nördlich der Lippe und konnte sich in der St. Bonifatius-Kirche gleich über ein ausverkauftes Haus freuen. Knapp 300 Gäste erfreuten sich an dem von Chorleiter Alfred Schulze-Aulenkamp zusammengestellten Musikprogramm. Zu Beginn des Konzertes präsentierte sich das Barockorchester „L'Arco“ aus Hannover solistisch. Mit der „Tafelmusik II“ von Georg Philipp Telemann versetzten sich die 15 Musiker schwungvoll in die Zeit der opulenten Fürstenhöfe des 17. und 18. Jahrhunderts.
Einen selten gegebenen Musikschatz hatte Schulze-Aulenkamp für den ersten Chor-Auftritt ausgesucht – die Kantate „Wohl dem, der den Herren fürchtet“ von Wilhelm Friedemann Bach. Die Komposition des ältesten Sohns des großen Johann Sebastian wird auf 1752 datiert und stellt eine Symbiose von Spätbarock und Frühromantik dar. Kompakt strukturierte Fugen, vom Chor punktgenau und mit schönem Klang interpretiert, umrahmen das Duett der Solistinnen.

„ Gottes süße Seelenlehre“ bietet Helen van Almsick (Sopran) und Claudia Darius (Alt) viel Raum für ihre stimmliche Virtuosität. Die Kantate im perfekten Zusammenspiel von Chor, Solisten und dem Barockorchester L'Arco war ein Höhepunkt des Konzerts.
Die bekannten und erwarteten Klänge des „Gloria“ vom venezianischen Meisterkomponisten Antonio Vivaldi gab es im dritten Teil des Abends. Häufig gehört, aber immer wieder beeindruckend, vor allem, wenn die Ausführung so stilsicher ist wie die des Brahms-Chores am Sonntag.

Die Alt- und Sopranstimmen verschmolzen zu einer Einheit, die Männerstimmen waren ausgewogen und zusammen mit der erstklassigen Orchesterinterpretation bot sich dem Zuhörer das herrliche Klangbild des polyfonischen Barock. In den komplizierten Fugen bewiesen die Sänger ihre musikalische Souveränität, in den gefühlvollen Crescendi und Decrescendi ihre Ausdruckskraft. Die Solistinnen überzeugten, auch im Wechselgesang mit dem Chor. Es war das erste Konzert vom Brahms-Chor an dieser Stelle, aber vielleicht nicht das letzte.

Barbara Seppi, WAZ vom 19.09.2012

 
Brahms-Chor glänzt in St. Agatha

Die Matthäus-Passion ist vielleicht nicht Bachs größtes, sicher aber sein umfangreichstes Werk. Zusammen mit der Johannes-Passion ist sie eines der beiden vollständig erhaltenen Passionswerke des großen Komponisten.
Am vergangenen Sonntagabend wurde sie vom Dorstener Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp zusammen mit dem Overbacher Kammerchor unter Martin te Laak, dem Gelsenkirchener Kinderchor, dem Barockorchester L’Arco aus Hannover sowie den Solisten Helen van Almsick, Sopran, Marion Thienel, Alt, Markus Francke, Tenor, sowie Vinzenz Haab und Christoph Scheeben, beide Bass, in der St. Agatha-Kirche in der Fassung von 1763 aufgeführt.
Es ist dies eine von Bach selbst bearbeitete Fassung für zwei Chöre, Gesangsstimmen und Instrumenten. Bach selbst hatte die beiden Chöre räumlich getrennt vorgesehen, in St. Agatha wurden allerdings die beiden Ensembles nebeneinander als Doppelchor aufgestellt, was dem Klanggenuss jedoch keinen Abbruch tat.

Wechselspiel der Stimmen

Auch diesmal war der Auftritt des Brahms-Chores ein gewaltiges musikalisches Erlebnis. Die gesamte oratorische Passion ist ein Dialog zwischen den Solisten und den beiden Chören, unterstützt durch das Orchester. Es ist ein Wechsel- und Zusammenspiel der Solostimmen, der Klangfülle der Chöre und der Instrumentalmusik.


Viele Höhepunkte

Dabei glänzten besonders die Sopransitin Helen van Almsick, der Tenor Markus Francke und der Bassist Vinzenz Haab. Die Matthäus-Passion hat viele Höhepunkte, darunter den Choral am Ende des ersten Teils: „O Mensch, bewein dein Sünde groß… Dass er für uns geopfert würde, trug unsere Sünden schwere Bürd wohl an dem Kreuze lange.“ Es gipfelt in dem Choral: „O Haupt voll Blut und Wunden, voll Schmerz und voller Hohn, o Haupt, zu Spott gebunden mit einer Dornenkron.“ Es war wie immer ein Erlebnis, den Brahms-Chor in der St. Agatha Kirche zu hören.

Aus: Dorstener Zeitung, 11.04.2011, Werner Wenig

 
Gesungene Kultur Europas

Dorsten. Zum zweiten Mal avancierten die Mitglieder des Brahms-Chores zu offiziellen Kulturhauptstädtern: Zuerst beim „Day of Song“ und jetzt im Rahmen der Local-Heroes“-Woche.

Eine Reise in Klangwelten, die ihre Passagiere in der ausverkauften Klosterkirche von St. Ursula begeisterte.

Allein die Tatsache, dass der Chor sich der Herausforderung stellte und alle dargebotenen Werke in der jeweiligen Landessprache vortrug, ist ein Grund, diesem Konzertabend das Prädikat „außergewöhnlich“ zu verleihen. Gänzlich rund und zum perfekten Klangerlebnis geriet der Abend durch die feinfühligen, nicht aufdringlichen instrumentalen Einlagen zweier erstklassiger Saiteninstrument-Musiker. Peter Werner entführte in die Glut Andalusiens mit der Leidenschaft spanischer Gitarrenmusik. Die von ihm interpretierte „Spanische Romanze“ oder die „Caprice Arabe“ belegten diese gefühlte Welt eines ganz anderen Europas.

Überleitend und einfühlsam ist auch die Wahl der gesungenen Werke der gestellten Thematik gerecht geworden: Heinrich Schütz, Henry Purcell und Thomas Tallis mit ihren Werken als Wegbereiter aus der Dunkelheit des Mittelalters in eine Neuzeit, in der Europa durch Handel und Wandel begonnen hat zu existieren. „Man that is born of a Woman“ – die Geburt Jesu Christi als Botschaft, als Aufbruch in eine neue Zeit. „Chapeau“ für den Brahms-Chor, der in englischer Sprache brillierte.

Auch der Ausflug in die orientalische Welt, der in die Pracht des osmanischen Reiches und des laizistischen Staates Atatürks entführte, war gelungen. Murat Özdemir bewährte sich als glänzender Botschafter seiner Kultur und sein Spiel mit den Saiten der Baglama war ein musikalischer Leckerbissen. Vielleicht eine etwas steile These, aber die Annäherung der Kulturen kann auch durch Darbietung kultureller Schätze erfolgen und weit Besseres bewirken als populistische Parolen und Zahlenkolonnen.

Auch die nordischen Länder Europas sind in ihrer Eigenart, Schwermut und Besonderheit sicher besser zu verstehen, wenn man den musikalischen Wegen des Brahms-Chores an diesem Abend folgte.
Ein Verdienst der Ägide des Chorleiters Alfred Schulze-Aulenkamp, der seit 2001 konsequent die Vielfalt des Repertoires um die Werke zeitgenössischer Komponisten aus Skandinavien und der Länder des Baltikums erweiterte.

Das Dorstener Publikum hat auf jeden Fall „Local Heroes“ zu hören bekommen, die diese Bezeichnung verdienen. Man darf auf die Fortsetzung dieser traumhaft hörenswerten Reise hoffen.

Dorsten, 09.09.2010, Jo Gernoth, WAZ

 
     
Das Ende der Weihnachtszeit
Brahms-Chor brillierte am Sonntag in der St. Ursula-Kirche
Seit 1994 sorgt der Brahms-Chor für herausragende Akzente im Dorstener Musikleben. So bescherte der Chor den zahlreich in der Kirche des Ursulinenklosters erschienenen Dorstenern einen musikalisch zufrieden stellenden Abschluss der Weihnachtszeit.
Zu hören war diesmal ein umfangreiches musikalisches Programm, das sich von Barock über Wiener Klassik und Romantik bis hinüber zu modernen Werken erstreckte. Den dabei aufkommenden stimmlichen Anforderungen musikalischer Flexibilität waren die Sängerinnen und Sänger gut gewachsen.
Während Johann Crügers „Cantate Domino“ als Einführung noch a-cappella auskommen musste, wurden die Musiker bald durch ein Streichquartett ergänzt. Hier entfaltete sich jetzt das Potential dieses Konzertes und ließ besonders bei Joseph Haydns „Missa brevis“ nur wenige Wünsche unerfüllt. Zart verbanden sich die Streicherklänge mit den vibrierenden Chorstimmen und erfüllten das Kirchenschiff so mit den wunderbar komponierten Tönen Haydns.
Es folgte ein Ausflug in romantische Werke wie Anton Bruckners „Locus iste“ und Felix Mendelssohn Bartholdys „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“. Deutlich kristallisierte sich hier heraus, wo der eigentliche Schwerpunkt der Gesangsarbeit des Chores liegt, brillierte er doch hier besonders.
Zum Abschluss wandten sich die Musiker unter der Leitung Alfred Schulze-Aulenkamps moderneren Werken von Davis Willcocks (O komm, o komm, Emanuel), John Rutter (All things bright und beautiful) und Charles Wood (Ding, dong! Merrily on high) zu. So lieferte der Chor ein solides, breitgefächertes Programm ab, das auf beliebten Stücken der verschiedenen Epochen fußte und so mit großer Gewissheit die Ohren der geneigten Zuhörer nicht verfehlen konnte.

Daniel Schlichter, Dorstener Zeitung (RN) vom 19.01.2010
 
   
Eine anspruchsvolle Leistung
Die Hardter St. Nikolaus-Kirche war bis auf den letzten Platz gefüllt.
Kein Wunder, erwartete die Anwesenden doch mit Händels „Messias” ein besonderer musikalischer Leckerbissen - dargeboten vom Brahms-Chor Dorsten. Georg Friedrich Händels „Messias” stellt „das meistgespielte barocke Oratorium überhaupt” dar, wie es Alfred Schulze-Aulenkamp formuliert. Der Leiter der städtischen Musikschule Gelsenkirchen und Dozent für Chorleitung an der Landesmusikakademie NRW ist auch zugleich musikalischer Leiter des 1994 gegründeten Dorstener Chores.
Der „Pflege anspruchsvoller weltlicher und geistlicher Chormusik a cappella und mit Instrumentalbegleitung” haben sich die mittlerweile 44 Mitglieder des gemischten Chores auf die Fahne geschrieben. Im Fall des Messias' kein leichtes Unterfangen, existieren doch gleich mehrere Abwandlungen. „Wir führen den Messias in der Fassung auf, wie ihn Händel zu Lebzeiten präsentiert hat. Natürlich in der Originalsprache Englisch und mit historischen Instrumenten wie etwa Naturtrompeten, also Trompeten ohne Ventil”, erklärt Martin Fleckenstein, der Vorsitzende des Brahms-Chores.
Unterstützt wurden die Sänger vom Barockorchester „L'Arco” aus Hannover, sowie den Solisten Helen van Almsick (Sopran), Marion Thienel (Mezzosopran), Giovanni da Silva (Tenor) und Vinzenz Haab (Bass).
Im ersten Part des „Messias”, der thematisch die Verheißung und Geburt des Heilands behandelt, glänzte der Chor vor allem an der wohl bekanntesten Stelle des Oratoriums, dem Vers aus Jesaja 9,6. Part Zwei (Passion und Auferstehung Jesu) und der dritte Teil (Erlösung) wurden ebenfalls im Wechsel durch die Solisten, das Orchester und den Chor dargeboten.
Die musikalisch sehr anspruchsvolle Leistung aller Beteiligten wurde vom Publikum mit kräftigem Applaus honoriert. Ganz im Sinne Händels, der angeblich zu Lebzeiten sagte: „I should be sorry if I only entertained them; I wished to make them better.”

WAZ - Dorsten, 18.05.2009, Nikolas Holecek
 
   

Herausragende Akzente
Brahms-Chor brillierte am Sonntagabend mit einem reinen a-capella-Programm

DORSTEN - Seit 1994 sorgt der Brahms-Chor für herausragende Akzente im Dorstener Musikleben – so auch am Sonntag in der Kirche vom Ursulinenkloster zum Abschluss des Altstadtfestes.

Zu hören war erstmals ein reines a-capella-Programm, dessen hohen Anforderungen die ca. 30 Sänger und Sängerinnen gut gewachsen waren. Feines Gehör, physische Leistungsfähigkeit und hohe Präzision waren gefragt.

„Kontraste“ sollten vermittelt werden: Im Gegensatz zum Vorjahr, wo mit dem opernartigen Rossini-Werk „Petite Messe Solennelle“ ein einzelnes abendfüllendes Werk aufgeführt wurde, konnten die Zuhörer in der voll besetzten Kirche diesmal ein großes Spektrum von kurzen Chorstücken aus fünf Jahrhunderten genießen. Dabei wurden verschiedene Musikstile und Regionen einander gegenüber gestellt. Für zwei alte Werke von Claudio Monteverdi und Heinrich Isaac nahm der Chor eine nach Stimmlagen bunt gemischte Aufstellung ein, so dass praktisch alle ihre Stimme wie Solisten singen mussten. Für die Gegenüberstellung mit zeitgenössischen Chansons von Francis Poulenc standen Sängerinnen und Sänger wieder in Stimmblöcken. Die französischen Texte seien sehr metaphorisch formuliert und könnten nicht ins Deutsche übersetzt werden. Das Publikum solle einfach seiner Phantasie freien Lauf lassen. Dann werde sich schon erschließen, worum es hier geht, so Chorleiter Alfred Schulze-Aulenkamp. Der Chor schaffte es hervorragend, die Werke in der jeweiligen Muttersprache des Komponisten zu interpretieren. Besonders die skandinavische „Klangmusik“ soll auch in Zukunft ein Schwerpunkt in der musikalischen Arbeit des Brahms-Chores sein. Alfred Schulze-Aulenkamp hat nach der Übernahme der Chorleitung vor sieben Jahren das Repertoire in dieser Richtung stark erweitert. Der besondere Charakter der schwedischen Sprache macht für ihn zusammen mit der typischen musikalischen Ausdrucksweise eine künstlerische Einheit aus und sei für eine angemessene Interpretation unabdingbar. Den skandinavischen Klängen wurden im Konzertprogramm textbetonte Prévert-Vertonungen des im letzten Jahr verstorbenen Harald Genzmer entgegen gesetzt. Diese witzig skurrilen Texte forderten die Artikulationsfähigkeit des Chores heraus. Zuerst wurde die „Rechenstunde“ einstudiert – eine Hommage an die vielen Lehrer im Brahms-Chor, erzählte Schulze-Aulenkamp dem Publikum. Nach diesen ersten (Kost-)Proben hatten die Sänger „Blut geleckt“ und wollten mehr – mehr Prévert und mehr Genzmer! Ein ganzes Jahr hat sich der Brahms-Chor auf dieses Konzert vorbereitet.

Im Wechsel mit dem Brahms-Chor trat der Frauenchor TonArt von der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen auf. Im ersten Teil sangen die 25 Frauen vierstimmige geistliche Lieder aus der Feder von Zeitgenossen wie Colin Mawby, Javier Busto und Knut Nystedt. Im zweiten Teil interpretierten sie romantische Musik zum Thema „Frühling“ von Johannes Brahms, Arnold Mendelssohn und Max Reger mit schönen, hellen, homogenem Klänge.

Sabine Bornemann, Dorstener Zeitung, 03.06.2008

 
   

Wortwitziger Großstadtpoet
Mit frechen Chansons nach Jacques Prévert einerseits und erhabenen Marienliedern andererseits machte das Chor-Programm „Kontraste“ seinem Namen alle Ehre, gesungen vom Brahms-Chor und „TonArt“

DORSTEN - Mit dem Programmtitel „Kontraste“ versprach der Brahms-Chor am Sonntagabend in der St. Ursula Kirche eine Menge – und hielt das allermeinste. Manchmal jedoch ging die wilde Reise durch die verschiedensten Epochen trotz technischer Perfektion auf Kosten der Nachhaltigkeit.

Der Gelsenkirchener Frauenchor „TonArt“ war der Einladung der Dorstener gefolgt, und gemeinsam gestalteten die Chöre unter der musikalischen Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp einen stilistisch abwechslungsreichen Abend in den klangvollen Gemäuern der St. Ursula Kirche.

Das fünfteilige Konzertprogramm hielt einige besondere Perlen bereit, und wurde auch sonst vom bewährt reinen Klangbild der Chöre auf einem hohen Niveau gehalten.

Den Auftakt gab der Brahms-Chor mit dem modernen Chorwerk „Viva la musica“ aus der Feder des gebürtigen Ungarn Iván Eröd. Daran anschließend präsentierten die Sänger drei berauschende Titel des vor einem Jahr verstorbenen Münchener Komponistenprofessors Harald Grenzmer.

Die erste der drei mitreißenden Vertonungen des französischen Lyrikers Jacques Prévert forderte die Artikulationsfähigkeit des Chores aufs Äußerste heraus. „Wie man einen Vogel malt“, so der skurrile Titel des Werkes, gelang den Sängerinnen und Sängern ausgezeichnet. Jede Finesse des agressiven Wortwitzes des Großstadtpoeten Prévert war gut verständlich und traf ins Mark. Nicht anders verhielt es sich bei dem kurzen Titel „Stadturlaub“ und der surreal anmutenden „Rechenstunde“.

Nach diesen verwegenen weltlichen Kompositionen sang der Frauenchor geistliche Musiken aus dem 20. Jahrhundert, die fast ausschließlich Marientexte verwendeten. Erhabene Gesänge, breite Klangbögen und eine zarte Innigkeit im Ausdruck wurden vom Publikum mit anhaltendem Beifall belohnt.

Der Brahms-Chor legte bei seinem zweiten Auftritt das Augenmerk auf Kompositionen des 16. und 17. Jahrhunderts. Chorlied und Madrigal von alten Meistern wie Claudio Monteverdi wurden mit den modernen Chansons von Francis Poulenc kontrastiert.

Stimmsicher spannte der Chor einen dramatischen Bogen vom Barock bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts.

Das letzte Kontrastpaar des Abends bildeten die Musiker mit deutschen und skandinavischen Volksliedbearbeitungen. Während die Gelsenkirchener Gäste Werken von Brahms bis Reger ihre Stimme gaben, widmete sich der Brahms-Chor den nordischen Klängen. Insbesondere mit fünf Titeln des Schweden Wilhelm Peterson-Berger entzündeten die Sänger die Begeisterung des Publikums. Die bildreichen Naturschilderungen offenbarten sich im intensiven und raumgreifenden Gesang des Chors.

Mit einem schwedischen Volkslied von Hugo Alfvén und einer getragenen Zugabe ging nach rund 90 Minuten ein kontrastreiches Konzerterlebnis zuende.

Judith Abel, Westdeutsche Allgemeine Zeitung, 03.06.2008

 
   
Die Würde des Gesangs
DORSTEN – Es war ein außergewöhnliches Konzertereignis, das den Zuschauern Sonntagabend in der Nikolaus-Kirche geboten wurde. Zunächst war es der Brahms-Chor, der das Niveau städtischer Konzerte seit Jahren auf hohem Standard fixiert.
Außerdem bestätigte sich seine gewohnt exzellente Werkwahl, die in diesem Jahr der „Petite Messe Solennelle“ von Gioacchino Rossini einen Glanzpunkt seiner musikalischen Anforderungen erreichte.
Die instrumentale Besetzung des Werkes mit Klavier und Harmonium bot allein den durch den ungewohnten Klang einen außergewöhnlichen Hörreiz, der mit dem Chor und den Solisten sich ideal ergänzte und vermischte.
Die religiöse Grundhaltung Rossinis ist ein Alterswerk des Komponisten, der lange ausschließlich als Opernkomponist bekannt war. Um so überraschender ist man über den sakralen Ernst seiner Komposition. Der Dirigent Alfred Schulze-Aulenkamp wusste diese archaischen Klänge, die der barocken Polyphonie entstammen, in besonderer Weise zu gestalten. Und der Chor folgte subtil mit außerordentlichem Stimmeinsatz. Er erfasste sensibel die strukturellen Prozesse seiner Partien, die dem Werk seine Durchhörbarkeit vermittelten. Und das alles bei einer sehr guten, farbenreichen, stimmlichen Substanz, die sich mit einer bemerkenswerten musikalischen Präsenz verband. Nur weiter so, möchte man ihnen wünschen.
Zweifellos hat Rossini größeren Kompositionsanteil dem Solo-Quartett zugedacht. Aus der Verquickung mit dem Chor, aber auch in der musikalisch sanglichen Substanz, vermittelten Marie-Helen Joel (Sopran),
Marion Thienel (Alt), Albrecht Kludszuweit (Tenor) und Michael Haag (Bass) dem Werk die professionelle, stimmliche Qualität. Ihr eindringliches Musizieren und ihre perfekte stilistische Einordnung waren wesentlich beteiligt am Erfolg des Konzerts. Diesen hohen Stellenwert erfüllten außerdem David Cavelius am Klavier und Bernhard van Almsick, Harmonium, in ihrer technisch-brillanten wie inspirierenden Musik-Freudigkeit.
Ein solch außerordentliches Konzerterlebnis gebührt ein hoher Stellenwert, den der lang anhaltende Beifall des Publikums mit Recht bestätigte.

Volker Wiltberger, Dorstener Zeitung, 18.09.2007

 
   
Gesungene Botschaft
Dorsten - Wer das Glück hat, ein geistliches Konzert in der St. Ursula-Kirche durchzuführen, darf diesen Vorteil aus der mystischen Stimmung dieses Raumes heraus nutzen und genießen. Es ist einerseits seine architekturbedingte Ruhe, die andererseits eine Nutzung von Licht und Dunkelheit anbietet und damit eine meditative Deutung zulässt.
Auf diesem Hintergrund hatte der Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp und das "Fontana Consort" eine schon fast manipulative Gefühlsintensität, die den vielen Zuhörern gut tat. Mittelpunkt des Konzerts waren Adventslieder, die quer durch die Musikgeschichte bis zur Spätromantik aus ihrer schlichten Schönheit heraus neu gestaltet wurden.
Außergewöhnlich
Und dieses intensive Miterleben vermittelte ein außergewöhnliches Hörerlebnis. Dafür garantierte zunächst ein junges Instrumental-Ensemble mit Heike Fleckenstein, Blockflöte, Gabriele Wolfslast, Traversflöte, Werner Brandt, Barock-Fagott, Hans-Jakob Gerlings, Cembalo und Orgel. Sie setzten aus dem Geist barocker Spielweise heraus ihre Musikalität und Virtuosität hervorragend in Szene.
Dabei ergänzte sich die Rasanz ihres Tempos mit der Expressivität ihrer Tongebung. Ihre geistreichen Dialoge in der Trio-Sonate von Archangelo Corelli, dynamisch fein abgestuft, erfuhren vor allem in der Trio-Sonate von Georg Ph. Telemann eine noch sensiblere Differenzierung, die ihre kammermusikalische Qualität voll auszukosten erlaubte.
Es war eine Freude, ihnen zuzuhören. Zu ihnen korrespondierte der Brahms-Chor mit sehr schönen Chorsätzen vom Barock bis in die Spätromantik. Der erste Chorblock fügte Bearbeitungen über das Lied "Nun komm der Heiden Heiland" in erstaunlicher satztechnischer Vielfalt aneinander, die zum Vergleich herausforderte. Ob schlicht harmonisch oder aufregend verzahnt im Chorsatz, der Chor entzündete sehr schnell die Neugier des Zuhörens. Leider muss man allerdings die unterschiedliche Präsenz zwischen den Männer- und Frauenstimmen situationsbedingt hinnehmen.
Dann folgten Chorsätze über "Machet die Tore weit". Sie waren leuchtende Beispiele für die textorientierte Gesangsintensität des Chores, mit der die komplizierteren Kompostionsprozesse bewältigt werden konnten. Erwähnenswert ist dabei eine solistische Liedfassung von Thomas Selle, in der Simone Juste den strahlenden Glanz ihrer Sopranstimme und ihrer astreinen Intonation unter Beweis stellte. Dank der straffen Führung des Dirigenten wurde der Chorsatz von Max Reger über "Und unser lieben Frauen Traum" zu einem nachhaltigen Musizieren.
Dagegen waren bei der aufwändigen Chorfassung "Oh Heiland reiß die Himmel auf" von Johannes Brahms gelegentliche Schwächen nicht zu überhören.
Mit Recht belohnten Blumen und der langanhaltende Beifall die Stimmung des Abends als Hinführung auf die vorweihnachtliche Zeit.

- Volker Wiltberger 04. Dezember 2006 | | Dorstener Zeitung Dorsten
 
   
Adventlicher Glanz in Vollendung
Der Brahms-Chor und die vier Instrumentalisten des Fontana Consort vereinten "kleine" Werke zu einem großen Konzertabend in der ausverkauften St. Ursula-Kirche.
Dorsten. Ein großes Konzert kann auch aus einer Anzahl "kleiner" Werke zum anrührenden Erlebnis werden. Mit beeindruckender Stimmkultur und einer vorzüglich durchdachten Wahl des Programms bot der Brahms-Chor in der ausverkauften St. Ursula-Kirche am Samstagabend eine Einstimmung in die Adventszeit, wie sie besser kaum hätte gelingen können.
Schon die Eröffnung mit den schlichten Choralsätzen alter Musik war dennoch von besonderer Qualität: Anhand der fünf Strophen von Johann Crügers "Nun komm, der Heiden Heiland" entstand quasi eine neue Komposition mit den Mitteln der Collage: nämlich aus weiteren Sätzen seiner frühbarocken Zeitgenossen.
Den schwungvollen und zugleich andächtig-verhaltenen Zauber barocker Instrumentalmusik präsentierte das Fontana Consort zunächst am Beispiel Corellis. Mit einem aparten Miteinander folkloristisch anmutender Themen und frühbarocker Kunstauffassung entzückte dann eine "Sonata Terza" Fontanas. Hans-Jakob Gerlings am Cembola und vor allem Heike Fleckenstein an der Sopran-Blockflöte dankte herzlicher Applaus.
Eine ähnlich klangschöne Überraschung gestaltete der Kantor von St. Agatha, jetzt an der Kirchenorgel, mit Simone Juste als Chorsolistin und Thomas Selles kleiner Solo-Motette: Ein schöner Mezzo-Sopran korrespondierte ausdrucksvoll mit den Chorstimmen.
Von diesem wiederentdeckenswerten kleinen Werk aus "sprang" das Programm vom Barock in die Romantik - und war doch kein abrupter Wechsel, denn eine Empfindsamkeit individueller Prägung zeichnete Selles Komposition ebenso aus wie die Werke seiner rund 200 Jahre später wirkenden Kollegen.
Albert Beckers Motette "Machet die Tore weit" trumpfte auf in majestätischem Gleißen, bezwingend dargeboten von einem Chor, der die feine Akustik dieses Kirchenraumes souverän zu nutzen wusste. Doch das Herzstück dieses Konzertes folgte mit Max Regers zwischen Spätromantik und Moderne flirrendem "Unser lieben Frauen Traum", das ein-setzte in zarter Innigkeit und das trotz seiner Kürze einen großen, hochdramtischen Bogen ausformte. Der Brahms-Chor sollte es als Zugabe noch einmal singen und damit eine vorzügliche Wahl treffen.
Die beiden lateinischen Advents-Motetten von Josef Rheinberger standen dieser berückenden Komposition kaum nach. Als Dirigent formte Alfred Schulze-Aulenkamp aus ungemein exakt ausholenden Bewegungen quasi sichtbar die komplexe Architektur.
Das galt natürlich auch für die in einer kunstvollen Doppelfuge gipfelnde Motette "O Heiland, reiß die Himmel auf" des Chor-Patrons Johannes Brahms. Es war die Kulmination eines großen Konzertabends - der sich allerdings auch dadurch auszeichnete, dass er keineswegs allein vom Glanzlicht dieses Finales geprägt war.
Anhaltender Applaus dankte dem Brahms-Chor und seinem Dirigenten für diesen Abend von zum Schluss geradezu orchestraler Pracht.

03.12.2006 Von Ralph Wilms
 
   
Die Heiterkeit des Gesangs
Dorsten - Der starke Regen verbunden mit heftigem Sturm hatte sich am Samstag soeben gelegt, als sich die Aula des Gymnasium Petrinum bis auf den letzten Platz füllte, um das Konzert des Brahms-Chores nicht zu verpassen.Sein über 10-jähriges Bestehen gehört zu den musikalischen Lichtpunkten, worüber die Stadt stolz sein kann. Den Beweis dafür lieferte ein Chorgesang, der aus der Sprache heraus die Emotionalität des Textes hörbar machte. "Liebe und Lust" waren angesagt, ein Frühlingsthema aus fünf Jahrhunderten der Chorliteratur.Nach den ouvertürenähnlichen, einleitenden Chorsätzen von Thomas Morley und Giovanni Gastoldi erregte ein musikalischer Wutausbruch in "Ich brinn" von Hans Leo Hassler den vierstimmigen Gesang.Animalisches ChaosGlatte Übergänge zu überraschenden Taktwechseln und ausdrucksintensive Melismen verrieten die sängerische Qualität dieses Chores. Man spürte die vorbildliche didaktische Arbeit des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp, der mit sparsamer Gestik dennoch die Intensität des Singens deutlich markierte.Auf dieser Ebene bewegten sich ebenso virtuos die polyphonen Klangereignisse des "Contrapunto bestiale" von Bancherie. Hund, Katze, Kuckuck und Eule steigerten sich gegenseitig zum animalischen Chaos.
Dagegen war das "Singen" der Grille in einer Komposition von Josquin Desprez eine akustische Wohltat. Dieser Chor machte es möglich. Und warum sollte er sich nicht mit der melodischen Schönheit von "Yesterday" schmücken? Durch geschickte Herauslösung aus dem Gesamtchor hatte sich der Frauenchor vorgestellt, der mit seinen lebhaften Gesängen schon ein kantables Ebenmaß und eine erfrischende Musikalität vorweisen konnte.KompetenzSicher wird sich die Erinnerung an dieses Konzert ganz intensiv mit der Sopranistin Helen Riedel verknüpfen. In ihren Liedbeiträgen konnte sie vor allem ihre werkbezogene Kompetenz und ihr hohes sängerisches Niveau unter Beweis hören. Ebenso betonte der Pianist Rainer-Maria Klaas neben seiner intuitiven und zuverlässigen Begleitung am Flügel seine außergewöhnliche, feinnuancierte Anschlagskultur und die vitale, ja attackierende Kraft der Interpretation eines äußerst virtuosen Werkes von Olivier Messiaen aus dem Zyklus "Catalogue d?oiseaux".Um das bunte Kaleidoskop der Vorträge noch farbiger zu gestalten, ergänzte Michael Dücker auf der großen Basslaute, der Theorbe, und auf der normalen Laute, solistisch wie begleitend, den Charakter der frühlingshaften Musik. Das Publikum dankte mit langanhaltendem Beifall.

Volker Wiltberger - 22. Mai 2006 | Dorstener Zeitung Dorsten
 
   

Brahms Chor singt von der Liebe
"Liebe, Lust . . . und andere Tiere" hieß das Motto des Konzertes, das der Brahms Chor am Wochenende in der Petrinum-Aula gab. Der Chor sang sich durch 5 Jahrhunderte Musikgeschichte.

Dorsten. Fast gänzlich gefüllt war die Aula des Gymnasiums Petrinum am Samstag, als der Brahms Chor bei seinem Frühlingskonzert eine Reise durch
fünf Jahrhunderte Musikgeschichte unternahm.
" Liebe, Lust ... und andere Tiere" war das Motto des Nachmittages, zu dem die rund 30 Musiker hochkarätige Unterstützung begrüßen konnten: Neben Sopranistin Helen Riedel war Rainer-Maria Klaas am Flügel mit von der Partie, sowie Michael Dücker, der Laute und Theorbe zupfte. Schon zur Eröffnung konnte der Chor seine volle Klangbreite entfalten, ü berzeugte unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp bei Thomas Morleys " Sing we and chant it" aus dem16. Jahrhundert. Dort begann auch die Reise durch die verschiedenen musikalischen Epochen. Gerade die Laute und die Theorbe verleiteten das Publikum zum Träumen.
Auch der Chor in hochklassiger Form sang anschließend ebenso präzise wie
gekonnt "Ich brinn und bin entzündt" von Hans Leo Hassler aus dem 16. Jahrhundert. Die rund 30 Laien-Stimmen erreichten eine enorme Präsenz, die Herausforderung, wie im Programmheft beschrieben, gelang, zwischen Alter Musik, der Ästhetik der Romantik und später der Stilistik der Beatles umzuschalten.
Sopranistin Helen Riedel bot im Anschluss Stücke aus John Dowlands "The Booke of Songs or Aires". Nachdem der Frauenchor mit Flügelbegleitung Märchenlieder von Heinrich von Herzogenberg (Ende des 19. Jahrhunderts) intonierte, endete die erste Hälfte mit "Yesterday" von John Lennon und Paul McCartney.
Doch sollte es nicht nur um die Liebe und ihre unzähligen Facetten gehen. Der zweite Teil stand im Zeichen von Eule, Hund und Katze, war den Tieren gewidmet. Nach einem Abstecher in die italienische Sprache und dem bewundernden Belauschen einer Nachtigall endete das Frühlingskonzert mit " The lion sleeps tonight".
Das Publikum traf sich schließlich zur inzwischen Tradition gewordenen Konzert-Nachlese im Foyer.
Sein nächstes Konzert gibt der Brahms Chor erst am 2. Dezember in der St.Ursula-Kirche. Alle Dorstener sind eingeladen, sich diesen Termin schon heute vorzumerken.

22.05.2006 WAZ, Tina Sarge

 
   
Stimmsicher und ausdrucksstark
Brahms-Chor begeisterte am Wahlsonntag in St. Ursula mit einem anspruchsvollen Konzert geistlicher Chorwerke aus fünf Jahrhunderten: "Cantate Domino"

Dorsten. "Cantate Domino" oder "Singet dem Herrn", so hieß es am Sonntagabend in der St. Ursula-Kirche: Der Brahms-Chor unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp präsentierte Chormusik aus fünf Jahrhunderten. So unterschiedliche Werke wie Johann H. Scheins "O Herr, ich bin dein Knecht" und
Anton Bruckners "Locus iste" gleichermaßen adäquat zu interpretieren, war eine Herausforderung, die man im Verlaufe des Abends jedoch sehr souverän meisterte.
...So wie die beiden Orgelwerke des Abends einen riesigen Zeitraum umspannten, so tat es der Brahms-Chor mit seinen Werken auch. Schon das erste Stück deutete das an: Ausgehend von einem Bach-Choral, entwickelte sich das Stück in der Bearbeitung von Knut Nystedt aleatorisch", also nach dem Prinzip des "unkontrollierten Zufalls", das vor allem auf John Cage zurückgeht. Das organisierte Miteinander der Stimmen zerfloss zu dissonanten, nicht mehr synchronisierten Klangflächen, die raumgreifend und sehr intensiv wirkten, und zwar nicht nur, weil der Chor das Publikum dabei in einem großen Halbkreis umspannte. Sehr stimmsicher und ausdrucksstark gelangen viele der Werke des 16. und 17. Jahrhunderts. Der lineare Spannungsverlauf der Einzelstimme und die Ausgewogenheit des Gesamtklanges schlossen einander nicht aus; Homogenität und Transparenz entwickelte man ganz nach
den Erfordernissen der Sätze.
Ein Highlight aus dem Bereich der modernen Chormusik: Ernani Aguiars "Salmo 150", eine lautmalerische Vertonung des großen Abschlusspsalms, die trotz des enormen Tempos, mit dem manche Textpassagen hervorgebracht werden mussten, sehr exakt und auch musikalisch fulminant wirkte.
WAZ, Dr. Bernd Leiting

 
   
Vitale Lebensbegleitung
"10 Jahre sind noch nicht viel", resümieren die einen, "aber auch nicht wenig", protestieren die anderen und legten die Messlatte noch etwas höher.
So oder ähnlich könnte die Einschätzung lauten, mit der der Brahms-Chor in einem glanzvollen Konzert am Christkönigstag in der St. Agathakirche sein Jubiläum markierte. Für diese Sängerinnen und Sänger ist der Gesang eine vitale Lebensbegleitung.
Auf dem Programm standen geistliche Chorwerke - die "Messa di Gloria" von Giaccomo Puccini und das "Te Deum" von Antonin Dvorak - die sehr unterschiedlich in ihrer geistlichen Botschaft, aber doch höchst spannend in ihrer musikalischen Aussage ein Geburtstagsfest vermittelten, das erinnerungswürdig bleiben wird.
Alfred Schulze-Aulenkamp scheint seine Interpretationsintensionen mit dem Brahms-Chor, die er ein wenig abseits von der üblichen Literatur, in der sängerischen Perfektion und der Übermittlung vitaler Musikereignisse sieht. Und das ist ihm mit dem Chor, den Solisten und dem Orchester "Neue Philharmonie Westfalen" vollauf gelungen...
...Der Brahms-Chor konnte die Homogenität seines Chorklangs, seine Intonationsperfektion, seine strahlende, füllige Klanglichkeit voll ausschöpfen. Das tat dem Werk gut auf dem Hintergrund eines sensibel agierenden Orchesters, in Verbindung mit der stimmlichen Präsenz von Cho Chang-Who (Tenor) - sehr schön das "et in carnatus est" und dem klar disponierten Bass Christoph Scheebens.
Neben diesem Jugendwerk nahm das "Te Deum" von Antonin Dvorak als Alterswerk naturgemäß einen ganz anderen Stellenwert ein, tiefer gehender, mit größerer Innenspannung in den akustischen wie geistig musikalischen Dimensionen.
Jedes Detail verdiente eine besondere Würdigung. Die stimmliche Substanz des Chores verdichtete sich, ihre dynamische Bandbreite fügte sich sensibel in die Vorgabe der Partitur ein und der Sprachduktus ließ auch ohne Textheft keine Verständnisschwierigkeiten aufkommen. Im Dialog dazu erspürte man aus der klug ausbalancierten Leichtigkeit der Sopranstimme von Johanna Krumin und der sprachlich wie musikalisch feinsinnig strukturierten Bassstimme von Christoph Scheeben den emotionalen Schub einer religiösen Hingabe an das Werk, dem das Orchester seine instrumentale Verdichtung werkgerecht hinzufügte.
Das alles wäre ohne die sichere Zeichengebung, die vorwärts drängende Intensivierung des Dirigenten Alfred Schulze-Aulenkamp nicht denkbar gewesen. Dafür gab es eine begeisterte Zustimmung - standing ovations- im voll besetzten Kirchenraum.

Volker Wiltberger 23.11.2004 Dorstener Zeitung
 
   
Jugendwerk und vollendete Meisterschaft
Mit der chorsinfonischen Begegnung zweier Meister der vorletzten Jahrhundertwende feierte der Brahms-Chor seinen zehnten Geburtstag. Und das hohe Niveau der Darbietung fand in St. Agatha wieder ein zahlreiches Publikum - wie es dieser Jubilar sicher erwarten kann...
...Der stete dynamische Wandel, der in dichter Folge fast Wort für Wort des "Gloria" neu akzentuierte, forderte den Chor, der sich sicher über den Fanfarenglanz der Bläser erhob. Wahrlich opernhaft auftrumpfen durfte das Orchester unter dem mit Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp, als es beim "Gratias" galt, den ersten Einsatz des Tenors zu begleiten. Die Stimme Cho Chang-Whos tönte voller Spannkraft durchs hohe Kirchenschiff.
...Zwischen den Einsätzen des vor allem in den Höhen erfreulich beweglichen Bassisten klang der fein eingestimmte Chor denn doch zu ätherisch gegenüber einer Orchestrierung von fast körperlicher Fülle, wie Puccini sie dem "Credo" gegeben hatte. Christoph Scheeben gestaltete seine Bass-Partie mit tadellosem Maß, das auf dröhnendes Auftrumpfen verzichten konnte.
Überraschend matt verklang nach rund 40 Minuten das "Agnus Dei": Puccinis sonst so ausgeprägter Sinn für Fulminanz fehlte hier gänzlich - und das Publikum brauchte denn auch einen Moment, bis der Applaus einsetzte.
Wie freudig-lebhaft sollte danach Antonin Dvoraks "Te Deum" zu Paukenschlägen eröffnen. Das Programmheft des Brahms-Chores betonte die zeitliche Nähe beider Werke, verwies aber auch darauf, dass Dvoraks Komposition "ein gereiftes Spätwerk" sei. Das war unüberhörbar. Außerordentlich frisch und glanzvoll gestaltete der böhmische Meister in seinen bejubelten amerikanischen Jahren die Einsätze für Stimmen wie Orchester...
...Nahezu gelassen entfaltete das Werk seine volle Klangpracht, vereinten sich Chor und Orchester in sinfonischer Dichte zu einem Zauber von schönster Selbstverständlichkeit. Dieses "Te Deum" steht Dvoraks noch berühmteren "amerikanischen" Werken - der Sinfonie, dem Quartett und Cellokonzert - kaum nach. Und auf das bis zum letzten Paukenwirbel mit Gusto ausgekostete Finale in dieser Grandiosität hätte der junge Puccini noch neidisch sein können. Die Zuhörer erhoben sich und dankten mit stehenden Ovationen für ein eindrucksvolles Konzerterlebnis.

Ralph Wilms 23.11.2004 WAZ
 
 
Von der anrührenden Tiefe des Ausdrucks
Dorsten. Zehn Jahre Brahms-Chor in Dorsten - ein besonderes Jubiläum? Diese Frage stellten sich am Sonntagabend neben den Vereinsmitgliedern auch zahlreiche Besucher beim Jubiläumskonzert in der Aula der St. Ursula-Realschule. Die Antwort - Pianist Christoph Haas, Bassist Christoph Scheeben und Kabarettist Andreas Etienne trugen maßgeblich dazu bei - war schnell gefunden: Auch wenn man auf nur zehn Jahre zurückschaute, war die Jubiläumsfeier ein lohnendes Ereignis.
Wer zuvor schon Chorkonzerte unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp gehört hatte, konnte auch an diesem Abend einen Wesenszug seiner Arbeit wieder erkennen, der recht deutlich hervortritt: Schulze-Aulenkamps Ziel ist es offenbar, stilgerechte, ausdrucksstarke Interpretationen zu schaffen, ohne dabei plakativ zu werden, ohne die "Idee" der Musik demonstrativ und um jeden Preis ans Licht zu zerren. Die individuellen Möglichkeiten des Chores werden dabei bewusst beachtet. Wunderbare Beispiele dafür: die "Drei Gesänge" op. 42 von Johannes Brahms. Hier und in etlichen anderen Chorwerken begegnen dem aufmerksamen Hörer neben komplexeren Passagen Elemente volkstümlicher Schlichtheit, denen so mancher Chorleiter nur wenig gestalterische Aufmerksamkeit schenkt.
Schulze-Aulenkamp führte seinen Chor, der sich während des gesamten Abends als gut geschultes, sensibel reagierendes und ausdrucksstarkes Vokalensemble zeigte, zu großer Intensität und einer anrührenden Tiefe des Ausdrucks.Bisweilen überstieg die Wirkung hier sogar die solcher Werke, in denen die Sängerinnen und Sänger über die Vierstimmigkeit hinausgehende Spaltklänge und kleine Solopassagen zu bewältigen haben. Das Ensemble wurde hinsichtlich Intonation und Farbigkeit des Klanges bis an die Grenzen seiner Möglichkeiten geführt. Der Pianist Christoph Haas war dem Chor dabei immer eine versiert agierende Stütze.
Man brillierte aber nicht nur bei den Werken des Namensgebers Brahms. Auch zeitgenössische Werke des 20. Jahrhunderts - hier hatte man sich besonders der nordischen Musik mit ihrem oftmals volkstümlichen Einfluss verschrieben - fanden Eingang in das Programm und wurden vom Publikum zu Recht mit nachdrücklichem Beifall bedacht.

Dr. Bernd Leiting
17.05.2004 - WAZ

 
   
Wir machen Musik
... Einleitend mit drei Gesängen von Johannes Brahms op. 42, in denen die alternierenden Männer- und Frauenstimmen wie in "Darthulas Grabesgesang" sehr schön miteinander harmonierten, erinnerten die "Zigeunerlieder op. 103" von Johannes Brahms sehr lebhaft an ihr erstes Konzert 1994. Biographische Fixpunkte behalten ihre Gültigkeit. Dafür ist die Musik ein idealer Katalysator.
Liebevoll nachempfunden, erklangen vor allem die beiden letzten Lieder in ihrer weichen, sehnsuchtsvollen Aussage: "Horch, der Wind klagt in den Zweigen" oder dem synkopisch angelegten, aufgeregt dahineilenden Schlusslied: "Weit und breit schaut niemand mich an". Die deutliche Zeichengebung des Dirigenten und der aufwendige Klavierpart von Christoph Haas setzten kräftige Akzente und schafften das erwünschte Fundament für den Chor, dessen Artikulation und Phrasierung sich vorbildlich am Text orientierten. Bemerkenswert bleibt die dynamische Palette, die sich als sehr reichhaltig erwies.
Das galt auch für die sehr schönen Volksliedsätze aus nordischen Ländern, deren Melodien von manchen Zuhörern hätten wahrscheinlich mitgesungen werden können. Doch die zarten Zwischentöne des Chores hätten sie dann verpasst.
Der reichliche Schlussbeifall appellierte an den Chor: Nur weiter so.

Volker Wiltberger
17. Mai 2004 - Dorstener Zeitung

 
   
Die Kraft des gesungenen Wortes
Dorsten - Carl Orffs "Carmina Burana" in Dorsten aufgeführt, das hat schon einen hohen Stellenwert. Und so wunderte es nicht, dass die Aula der St. Ursula Realschule bis auf den letzten Platz gefüllt war. Das Herbstfest der Stadt gab dazu den vitalen Hintergrund...
Die farbenfrohe Kleidung des Chores signalisierte Heiterkeit, oder ländliches Festgebaren, so wie es in "Uf dem Anger" oder auch "In Taberna" der Carmina Burana schon angelegt ist.Wer jedoch das instrumentale Kolorit der Urfassung Orffs im Ohr hat, musste sich auf die Version für Schlagzeug und zwei Klaviere etwas umstellen. Doch hatte die Reduktion von Klangfarben zu Gunsten der rhythmischen Prägnanz durchaus auch Vorteile.Alfred Schulze-Aulenkamp ergriff vehement in seinem Dirigat diese elementare rhythmische Urgewalt des Werks und teilte sie energisch, ja suggestiv mit. Dieser Brahms-Chor ist in einer hervorragenden Form. Absolut sicher im technischen Bereich - zum Teil sang man losgelöst vom Notentext - erwuchs ihr farbenreicher "Sprechgesang" zum dramatischen, höchst musikalischen, werkgerechten Musikerlebnis. Korrespondierend mit dem Kinderchor der Städtischen Musikschule Gelsenkirchen, die sich wie himmlische Stimmen von oben, von der Empore der Aula, meldeten, fügte sich das "Welttheater" Orffs zwischen Himmel und Erde zum kosmischen Ganzen.
...Blumen und langanhaltender Beifall des Publikums provozierte die Fortsetzung solcher brillanten chorischen Konzertereignisse in Dorsten.

Volker Wiltberger
Ruhr Nachrichten - 13. 10. 2003
 
   
Klostergesänge mit satter Sinnlichkeit
Dorsten. Dreimal holte der anhaltende Applaus Dirigent und Gesangs-Solisten zurück auf die Bühne der St. Ursula-Realschule. Alfred Schulze-Aulenkamp und der Brahms-Chor durften sich für eine teils mitreißende Interpretation der "Carmina Burana" verdient feiern lassen. Carl Orff gelang die vielleicht populärste "E"-Musik des 20. Jahrhunderts - gerade weil seine Vertonung altbayerischer Klostertexte in ihren knalligen Grundfarben und dem weitgehenden Verzicht auf Kontrapunkt eben nicht nach Moderne klingt, sondern nach einem teils romantisch verklärten Mittelalter. Der treibende, insistierende Rhythmus von "Fortuna Imperatrix Mundi" mag für die meisten Hörer die Essenz dieser Gesänge aus Benediktbeuren bedeuten. Dabei bot der bestens eingestimmte Brahms-Chor mit den beiden folgenden Sätzen "Primo vere" und "Uf dem Anger" weitaus mehr zu entdecken: Eben nicht nur den Orff der druckvollen Primitivismen - ein Fest für die fünf Percussionisten der Bergischen Symphoniker - sondern auch den zarten Romantiker Orff, der den Frühlingsreigen mit strahlenden Stimmen feiern ließ. Geschmeidig fügte sich der erste Solist des Abends, Bass-Bariton Christoph Scheeben, dem vom Dirigenten hingebungsvoll gebotenen zarten Ansatz im Jubel über "Omnia sol temperat". Dass dieser Sänger auch als Schauspieler geübt ist, war jedem seiner wandlungsfähig gestalteten Auftritte anzumerken. Die jungen Pianisten zeigten sich bei ihrem kurzen Duo "Auf dem Anger" in ungleicher Form: Hier holperte der in der Begleitung der Stimmen sonst so stetig pochende Tanzschritt. Der Brahms-Chor dagegen bewies sich in diesem Satz als verlässlich dichtes Gefüge, gestaltete ein flirrendes Wechselspiel von Sopran- und Tenor-Stimmen und verdiente sich und dem mit Verve dirigierenden Alfred Schulze-Aulenkamp ersten Applaus.
...Trotz recht unterschiedlicher Solisten-Leistungen strahlte diese "Carmina Burana" mit einer Geschlossenheit und Freude, wie sie der Brahms-Chor auch als farbenfrohes Bild vermitteln wollte: Mit Bedacht hatten sich die Sängerinnen und Sänger mit bunten Blusen und Hemden ausstaffiert. Für ein so lebenspralles Werk setzte der Mut zu Farben das exakt richtige Ausrufezeichen.

Ralph Wilms
WAZ 13.10.2003
 
   
Gesungener Trost in dunkler Zeit - Brahms-Chor machte mit bewegenden Sätzen die Geborgenheit der Musik erfahrbar
Das Konzert am Totensonntag in der St. Ursulakirche, veranstaltet vom Brahms-Chor Dorsten, fügte sich mit sehr schönen, zum Teil bewegenden Chorsätzen in die Thematik des Tages, in der sich Trost und Geborgenheit in der Musik erfahrbar machen.
Seit Gründung des Chores vor acht Jahren begleitet ihn eine Spur des Erfolgs, die ihm einen besonderen Platz im städtischen Kulturleben zuordnet. Nun hat Alfred Schulze-Aulenkamp die Leitung übernomen, um in dieser Tradition weiter zu wirken. Dennoch spürt man auch neue Wege, die sich vornehmlich in der Programmgestaltung widerspiegeln. Weithin unbekannte Komponisten aus nordischen Ländern prägten das Gesangsrepertoire mit neuen Ausdrucksformen und Inhalten. Das war sicher für Zuhörer als auch für die Choristen ein Gewinn.
Die Leichtigkeit der oft melodisch orientierten Frauenstimmen, getragen von der Ruhe stützender Männerstimmen in dem Chorsatz "Önnis on inimene" von Cyrillus Kreek ließen etwas von dem Licht nordischer Länder anklingen. Aber auch die jubelnde Freude in "I will praise thee, oh Lord" von Knut Nystedt entzündete sich aus der äußerst differenzierten Gesangskultur dieser singenden Musikanten. Dazu bedarf es einer klugen, sich eindeutig mitteilenden Führung. Alfred Schulze-Aulenkamp überzeugte durch die Ruhe seiner Zeichengebung, die zusätzlich Akzente orientierend einbrachte....

(Ruhr-Nachrichten vom 26. November 2002)
 
   
Im Feuer des Elias - Oratorium von Mendelssohn-Bartholdy vereint erstklassige Musiker in St. Agatha
In langer Reihe standen die Musikfreunde vor der Pforte der St.Agathakirche, um ein zentrales Ereignis des 750-jährigen Stadtjubiläums nicht zu versäumen.
...Dieses Feuer des Propheten stand wie ein leuchtender Stern über der gesamten Wiedergabe, die in ihrer Expressivität sich eindrucksvoll dem Hörer mitteilte. Daran hatte der Chor, eine Zusammenführung des Collegium Pax Domini mit dem Brahms-Chor Dorsten, wesentlichen Anteil. Eine überaus aufwendige Probenarbeit ließ jede technische Hürde weit hinter sich und schaffte Raum zur Deutung. Handlungstragend besetzte er entscheidende Szenen.
Die Vielschichtigkeit der Aussageformen öffnete weit die Palette gestalterischer Möglichkeiten, die vehement, einfallsreich, ja fast professionell ergriffen und umgesetzt wurden. Dramatisch bewegt, aber auch weich bis zu verhauchenden Tönen, gestalteten sie von innen heraus das biblische Geschehen mit der Kraft einer überzeugenden Klangrede. Kontemplative wie dramatische Szenen wurden zum erregenden, nachhaltigen Erlebnis dieses Konzertes.
...Für sie alle, sowie die sehr sicher und engagiert musizierenden Bergischen Symphoniker, waren die Dirigenten Christoph Hillnhütter und Ludwig Wegesin präzise führende, inspirierende Dirigenten, die dem romantischen Werk seine Einmaligkeit vermittelten.

(WAZ vom 13. November 2001)
 
   
Musik öffnete Vorhang zum Wunder Jesu Geburt
Man müsste ihn erfinden, wenn es ihn nicht schon gäbe. Gemeint ist der Brahms-Chor, der mit einem wunderschönen Weihnachtskonzert in der Kirche von St. Ursula viele Herzen auf das Fest eingestimmt hat. Auch der letzte Platz in der Kirche war besetzt.
... der Hymnus zur Vesper "Ave, maris stella" von Edvard Grieg war eingetaucht in eine romantische Farblichkeit, die der Chor, selbstverständlich a capella, sensibel ausschwingen ließ, trotz geringfügiger Intonationsschwäche.
Danach erklang die erregende, einstimmig vorgetragene Bitte "Veni Emanuel", im gregorianisch gestimmten Satz von Zoltàn Kodàly, um mit mehrmelodischer Vielschichtigkeit im herrlich fließenden Satz "Übers Gebirg Maria geht" von Johannes Eccard frühbarocke Klangfülle zu entfalten. Mit der tröstlichen Melodie "Maria durch ein Dornwald ging" im Satz von Heinrich Kaminski, bewältigten die Choristen überzeugend die feinsinnigen modernen Strukturen der klangvollen Musik.
In all den so unterschiedlichen Satzstrukturen erspürte man die große Chorerfahrung, die der Leiter Ludwig Wegesin konsequent aufgebaut hat und zu einem effizienten Klangkörper entwickelt hat ... In der Übereinstimmung von textlicher und musikalischer Gestaltung liegt die interpretatorische Kraft des Chores, die eigentlich keiner Deutung mehr bedarf.
(Ruhr Nachrichten vom 19. Dezember 2000)
   
Frühlingshaft reines Klangbild - Brahms-Chor verdient hohe Anerkennung für herausfordernden Lied-Zyklus
Abwechslung macht auch das Chorleben erst so richtig interessant. Wohl nicht zuletzt deshalb trat der Brahms-Chor nach einem sehr beschaulichen Konzert im Winter nun mit einem Programm vor sein Publikum, das sich von dem des vorangegangenen Konzertes kaum deutlicher hätte unterscheiden können.
... Homogener Chorklang und die erforderliche Frische im Ausdruck beispielsweise kennzeichneten Mozarts "Im Frühling" und ermöglichten dem Chor, sich mit seinem inzwischen bewährt reinen Klangbild zu präsentieren....
Mit Brahms´ Zyklus "Liebeslieder, Walzer" hatte sich der Chor an diesem Abend eine wirklich große Herausforderung gesucht. Die häufige Reduzierung der Satzdichte, das phasenweise Ausgliedern einzelner Stimmgruppen, aber auch die oftmals komplexe, polyphone Anlage der Sätze forderte große Erfahrung vom Chor und seinem Dirigenten. Ludwig Wegesins oftmals geradezu detailverliebtes Streben nach ausgefeilter Dynamik, angemessener Phrasierung und dem rechten Ausdruck, nach absoluter Geschlossenheit der Einzelstimmen, aber auch nach Stimmfestigkeit und Intonations-Sicherheit in teilweise extremen Tonlagen sorgten an diesem Abend jedoch für zahlreiche wirklich überzeugende Interpretationen.
(WAZ vom 23. Mai 2000)
 
   
Deutsches Requiem: Herausragendes Konzert in St. Agatha
... Wegesin wählte mit seiner Interpretation einen anderen Weg: das Tröstliche, Hoffnunggebende der ausgewählten Bibeltexte bestimmt seine Deutung offenbar entscheidend. Obwohl sehr weich im Ausdruck, was sie auf ihre Art ebenso weit entfernt von Opas Plüschbrahms wie die klangliche Stahlskelettbauweise jüngerer Richtung. Gegensätze wurden eher gemildert, mächtige Steigerungen - wie etwa im zweiten Satz "Denn alles Fleisch, es ist wie Gras" - vollzogen sich nicht als erschreckender Ausbruch sondern als gleichmäßig ansteigende Welle, deren Kraft jedoch nicht weniger überwältigend wirkte.
Leicht zu singen ist das nicht. Je weiter die melodischen Aufschwünge und Wellenbewegungen ausgedehnt werden, desto schwerer sind sie zu zirkeln. Mit dem Dorstener Brahms-Chor und dem St. Cornelius-Chor Dülken hatte Wegesin jedoch sehr gute Stimmen zur Verfügung und er nutzte ihr Potential. Saubere Einsätze und saubere Intonation und Linienführung, gerade auch im Stimmengeflecht der Schlussfuge, lieferten den festen Grund, auf dem dieser weich lasierte Brahms sein Profil gewinnen konnte.
(Ruhr Nachrichten vom 17. November 1998)
 
     
zum Seitenanfang