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 Zum Konzert vom 20. Januar 2019


Musikalische Perfektion

DORSTEN. Der Brahms-Chor Dorsten überzeugte in der Marienkirche mit einer großartigen Darbietung von vier der sechs Kantaten des Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach.
Es war ein Abend der Perfektion.

Johann Sebastian Bach wäre der fünfte Evangelist, zitierte Martin Fleckenstein am Sonntag in der Marienkirche bei der Begrüßung der rund 300 Zuhörer. „Ein wahres Wort, denn der große Komponist verkündet die Frohe Botschaft wie kein anderer“, fügte der Vorsitzende des Brahms-Chores Dorsten hinzu. Zum Auftaktkonzert in das Jubiläumsjahr, der Brahms Chor wird 25 Jahre alt, fiel die Wahl auf vier Kantaten (I, IV-VI) des Weihnachtsoratoriums des großen Meisters aus Leipzig. „Es gibt wohl kaum ein Werk, das so bekannt und beliebt ist“, erinnerte Chorleiter Alfred Schulze-Aulenkamp – und doch, dies sei vorweggenommen, sowohl die Musiker des hervorragenden Barockorchesters L´Arco aus Hannover, als auch Chor, Solisten und Schulze-Aulenkamp musizierten mit einer Präsenz und Spritzigkeit, als wäre es eine absolute Premiere.

„Jauchzet, frohlocket“, mit Pauken und jubilierenden Naturtrompeten startete die Kantate Nummer eins, Gesang und Instrumente majestätisch, tänzelnd, freudestrahlend. „Lasset das Zagen, verbannet die Klage“ – Anweisungen zur Bewältigung des Alltags nannte es Fleckenstein. Der Chorklang der 44 Sängerinnen und Sänger war kompakt und kräftig, das Orchester punktgenau, die Streicher herrlich flüssig und flockig.

Fantastische Solisten Die Auswahl der Solisten des Abends, einfach fantastisch. Der Tenor Fabian Strotmann als Evangelist ein Gedicht, er rezitierte sanft und eindringlich, auswendig, nicht vom Blatt, die Botschaft war klar und erreichte die Zuhörer in direkter Weise. Welch wunderbare weiche Stimme, die Altistin Esther Valentin, kraftvoll in der Tiefe, dabei von mütterlicher Zärtlichkeit, gemäß ihrer Rolle. Hell und glockenklar die Sopranistin Tina Bier. Gregor Finke interpretierte die bekannte Bass-Arie „Großer Herr, o starker König“ auf seltene Weise, er stellte nicht kraftstrotzend die Macht Gottes dar, sondern huldigte ihr mit sonorer Ehrfurcht. Alle vier Solisten verzauberten in ihren Arien, Duetten, Terzetten und dem Schlussquartett, wunderbar das Zusammenspiel bei diesen Stücken mit einzelnen Musikern des Orchesters, allen voran Konzertmeister Christoph Heidemann und Eckhart Kuper an der Truhenorgel.

Der Brahms-Chor glänzte in den typischen Bachschen Chorälen, liebliche Erinnerungen an die Weihnachtsnacht wärmte die Herzen „Ich steh an deiner Krippe hier, o Jesulein, mein Leben“. Die komplexen, kontrapunktischen Chorsätze mit endlosen Fugen sang der Chor in ebenso meisterhafter Vollendung. Perfekte Ausführung und variabel in der Interpretation. Weich war der Klang im „Fallt mit Danken, fallt mit Loben, vor des Höchsten Gnadenthron“, erfüllt von verneigender Hochachtung bei „Ehre sei Dir, Gott, gesungen“ und spannungsgeladen explosiv in „Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben“. Zwei Stunden große Musik vergingen wie im Flug. Stehende Ovationen vom begeisterten Publikum, der Applaus wollte kein Ende nehmen. Große Vorfreude auf das Jubiläumskonzert im September stand auf den Gesichtern. Und die Neugierde. Denn der Brahms-Chor hat das Geheimnis des Wo, Wann und Was noch nicht gelüftet.

Aus: Dorstener Zeitung vom 22. Januar 2019, Barbara Seppi

Friedvolles Bild vom Tod - Brahms-Chor brilliert mit Faurés Requiem

Ein einzigartiges Werk präsentierte der Dorstener Brahms-Chor am Totensonntag in der St.-Ursula-Kapelle. Ein voll besetztes Auditorium - wie immer, wenn der
Brahms-Chor auftritt - lauschte dem Requiem des französischen Komponisten und Organisten Gabriel Fauré.
Dass die Aufführung hochkarätig werden würde, war zu erwarten. Dafür bot Alfred Schulze-Aulenkamp als musikalischer Leiter eigentlich schon Garantie genug. Aber auch die Solisten: Tina Stegemann (Sopran), Wolf-Rüdiger Klimm (Bariton), Andreas
Fröhling an der Orgel und nicht zuletzt die Sängerinnen und Sänger des Brahms-Chors hatten sich sehr gut vorbereitet und gefielen. Dass die nasskalte Witterung die Stimmbänder des Baritons ein wenig in Mitleidenschaft gezogen hatten, trübte den Musikgenuss nur unwesentlich.
Begonnen hat der Abend mit dem Orgelwerk „Le jardin suspendu“ von Jehain Alain. Keine leichte Kost, aber als Einstimmung auf ein Konzert am Totensonntag durchaus angemessen. Musikalisch gefälliger waren die drei dann folgenden kurzen Werke von Fauré. Anschließend spielte Andreas Fröhling noch souverän die Fantasie Nr. 2, ebenfalls von Jehan Alain. Das Stück selbst war für den einen oder anderen Zuhörer allerdings stark gewöhnungsbedürftig.
Der Höhepunkt des Abends war das nun folgende Requiem von Gabriel Fauré.
Es handelt sich bei diesem Stück - aufgeführt in der Bearbeitung für Chor, Soli und
Orgel - um Gabriel Faurés einziges größeres Werk mit einem religiösen Text. Besonders hervorzuheben ist, dass, im Gegensatz zu anderen Totenmessen, ein friedvolles Bild vom Tod gezeichnet wird. Nicht die Schrecken des Jüngsten Gerichts, der Zorn Gottes und die Höllenqualen werden musikalisch dramatisiert - vielmehr sollen die Zuhörer den Trost erahnen, den das ersehnte Himmelreich für sie bereithält.
Die Besucher erlebten an diesem Tag ein stimmungsvolles und zugleich besinnliches Konzert auf einem stimmlich ausgezeichneten Niveau. Nicht nur das wunderbare Zusammenspiel zwischen Chor und Sopranistin war einen Besuch wert.

Aus: Dorstener Zeitung vom 26. November 2013, Norbert Deseive

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Temperamentvolles Programm - Brahms-Chor überzeugte mit dem
Programm „Zigeunerlieder" in der Lohnhalle


Als Konzerthaus wurde die 1813 eingeweihte Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold nicht gebaut. Dass sie sich trotzdem dazu eignet, zeigte die Veranstaltung mit dem Titel „Zigeunerlieder" des Brahms-Chors Dorsten am Sonntagabend.
Dass es dazu kam, ist dem ersten Vorsitzenden des Vereíns Martin Fleckenstein und
seine Mitstreitern zu verdanken. „Wir hatten die Idee und rannten damit offene Türen ein,“ erläuterte er. „Zigeunerlieder passen auch eher in die Lohnhalle als in eine Kirche“, ergänzte er. „Außerdem ist die Akustik erstaunlich gut, wir waren ganz
begeistert.“
Die rund 30 Sängerinnen und Sänger, ergänzt durch den Pianisten Jonas Utsch
und die Sopranistin Diana Petrova, boten den zahlreichen Zuhörern ein „schönes, temperamentvolles Programm.“ Sie begannen mit Robert Schumanns „Zigeunerleben“' und fuhren fort mit Antonin Dvoráks „Klänge aus Mähren“.
Es folgten zwei Intermezzi von Johannes Brahms für Klavier, gekonnt gespielt von Johannes Utsch. Bei dem Lied „Türót eszik a cigány“ des ungarischen Komponisten Zoltán Kodály zeigte der Chor, dass er musikalisch auch ohne Begleitung die Lohnhalle ausfüllen kann.

Die „Zigeunermelodien“ von Antonin Dvorák fallen auf durch ergreifende Schlichtheit. Die Sopranistin“ Diana Petrova sang sie gekonnt mit tiefer Ergriffenheit. Und doch unterschied sie mit stimmlicher Dynamik zwischen eher fröhlichen Liedem wie
„Ei, wie mein Triangel Wunderherrlich läutet“ oder „Reinge stimmt die Saiten“ und den besinnlicheren Liedem wie „Rings ist der Wald so stumm und still“ und „Als die alte Mutter...“. Ihr ganzes Stimmvolumen zeigte sie bei dem Lied „Darf des Falken Schwingen Tatrahöhn umrauschen.“
Der Chor, der mit den Zigeunerliedem op. 103 von Johannes Brahms fortfuhr,
griff die unterschiedliche Atmosphäre der Lieder „Hochgetürmte Rimaflut“, „Wisst ihr,
wann mein Kindchen“ und „Lieber Gott, du weißt, wie oft bereut ich hab“ auf. Das ist der Sangeskunst jedes einzelnen Chormitglieds zu verdanken, die Chorleiter Alfred
Schulze-Aulenkamp zu einem beachtlichen Klangkörper zusammengefügt hat.
Hörenswert war auch das fast keck gesungene Lied „Brauner Bursche führt zum
Tanze“, bevor dann die eher emste Melodie „Weit und breit schaut niemand mich
an“ erklang.
Der Brahms-Chor überzeugte wieder einmal, es zeigte sich, dass er nicht nur in der
Kirche, sondem auch in der Lohnhalle seine Zuhörer begeistem kann.

Aus: Dorstener Zeitung vom 11. Juni 2013, Werner Wenig

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Brahms-Chor singt vollendete Kunstlieder -
Mit „Zigeunerleben, Zigeunerlieder" gab der Chor ein innovatives Konzert in der ehemaligen Lohnhalle der Zeche Fürst Leopold.

„Zigeunerlieder“ - da fallen dem Musikkenner unweigerlich die Operetten von Emmerich Kálmán ein. Wie die „Csárdásfürstin“, die melancholisch ihr „Heia, Heia“ haucht. Nichts von dem hat der Brahms-Chor am Sonntagabend in der Lohnhalle von Fürst Leopold präsentiert.
Die renommierte Dorstener Chorgemeinschaft unter der Leitung von Alfred Schulze-Aulenkamp bot den 200 Besuchem vielmehr ein außergewöhnliches und
hochqualitatives Programm aus Kunstliedem rund um das Thema des „fahrenden Volkes". Die Romantik-Komponisten der ernsteren Muse - Robert Schumann, Johannes Brahms und Antonin Dvoràk - haben sich dem speziellen Sujet mit
hohem Anspruch gewidmet. Ein Anspruch, dem der Chor aus zehn Sopranistinnen, elf Altistinnen, fünf Tenören und vier Bässen vollends gerecht wurde.

Chor ließ die Funken überspringen
Mit perfekter Diktion der umfangreichen Texte, homogen irı den Stimmgruppen und ausdrucksstark in der Dynamik, begeisterte der Brahms-Chor das Publikum.
In „Zigeunerleben“ von Schumann wurden gar die Solo-Passagen gut mit
vier Choristen besetzt. Nach den „Klängen aus Mähren“ von Dvoràk
wechselte Pianist Jonas Utsch von der Rolle des Begleiters in die des
Solisten. Der 32-jähnige Virtuose bezauberte mit zwei Intermezzi von
Brahms.
„Turót eszik a cigány“ von Zoltán Kodály war das einzige Lied a cappella, zudem in ungarischer Sprache vorgetragen und mit ungewohnten modernen Klängen. Die Sänger hielten den hohen Spannungsbogen, die dissonanten Akkorde schwangen im Raum, um sich gleich danach wieder mit melodischen Passagen aus Volksweisen zu vermischen. Genial. Das Kunstlied in solistischer Forın zeigte Diana Petrova mit sieben Werken von Antonin Dvorák. Die russische Sopranistin aus dem Ensemble des Musiktheaters im Revier, die den Brahms-Chor auch in Stimmbildung unterrichtet, setzte viel Vibrato in die Interpretation der „Zigeunermelodien“ aus dem Jahr 1880.
Das facettenreiche und gut aufgebaute Programm fand in den titelgebenden „Zigeunerliedem“ von Johannes Brahms seinen Abschluss.
Acht Weisen erzählten vom Lachen, Küssen und Umschlingen. „He, Zigeuner, greife in die Saiten ein“ - das Klischee des heißblütigen temperamentvollen Volkes, ständig musizierend, wurde bedient. Die Sänger des Brahms-Chores ließen diesen Funken überspringen.
Begeisterung stand in die Gesichter der Akteure geschrieben - aber auch in denen des Publikums. Wie bei der 14-jährigen Lena Juste, die es nach dem Schlussakkord nicht mehr auf ihrem Sitz hielt. Sie musste ihre singende Mama Simone einfach liebevoll umarmen.

Gelungenes Klassik.-Debüt für die Lohnhalle
Für die Lohnhalle auf Fürst Leopold war der Abend eine gelungene Premiere in Sachen klassischer Musik. Die einzigartige Atmosphäre des Raumes besticht. „Das ist Strukturwandel live“, freute sich Martin Fleckenstein, der Vorsitzende des Brahms-Chores.
Auch RAG-Vorstandschef Bernd Tonjes, zu Gast, weil seine Schwägerin im Chor mitsingt, stellte fest: „Das hätten wir uns vor 30 Jahren nicht träumen lassen, dass hier jetzt Kultur statt Industrie stattfindet“.
Einigen im Publikum, die noch in der Zeche gearbeitet haben, ging es genauso.

Aus: WAZ vom 11. Juni 2013, Barbara Seppi

 

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